Ein Regattabericht von der Segelyacht „Black Pearl“ einer Bavaria 45 Cruiser mit Gennaker
„The Race – 1000 Miles“ eine Offshore Regatta von Biograd nach in Griechenland und wieder retour unter Segeln, das war die Herausforderung, der sich die ASC-Crew vom ASC Aelium Segelclub St.Pölten unter Skipper Harald Offner in den letzten beiden Oktoberwochen stellte.
Zur Vorbereitung wurde im Frühjahr 2015 in Biograd ein Training mit Peter Steinkogler von Godspeed durchgeführt.
Nach Wochen der Vorbereitung, in denen viel über mögliche Taktik, Strömung, Windverhältnisse und Sicherheit gesprochen und diskutiert wurde, ging es am 16. Oktober los. Die Stadt St.Pölten stellt uns für die Anreise einen Sportbus zur Verfügung. Das Schiff wurde übernommen, gecheckt und regattafertig gemacht.
Der Start zur 1. Etappe nach Lefkas erfolgte dann am Sonntag, 18. Oktober um 16 Uhr. Die Teilnehmerzahl betrug 37 Jachten in verschiedenen Klassen. Wir waren in der Einheitsklasse Bavaria 45 C mit Gennaker mit 6 anderen Crews am Start.
Der Start gelang gut und die „Black Pearl“ kam bei guten Windverhältnissen zügig voran, günstige Winde ohne viel Kreuzkurse brachten uns Richtung Süd. Wir konnten vom Start weg in Biograd bis weit in die Strasse von Otranto die Führung in unserer Gruppe halten und einen schönen Abstand zu den Verfolgern aufbauen. Bis auf einen Verfolger, der Yacht „Belladonna“. Es kam zu einem echten Matchrace auf dieser langen Strecke mit dieser Yacht, die uns hin und wieder den ersten Platz strittig machte.
In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch passierten wir die Straße von Otranto, verließen die Adria und waren auf gutem Kurs in Ionische Meer. Leider haben wir uns taktisch für die falsche Seite in der Strasse von Otranto entschieden, was uns direkt in eine stundenlange Flaute bei der Insel Oto Noi (über Korfu) brachte. Dort mussten wir in rund 8 Stunden Flaute zusehen, wie unsere Verfolger, die diese Flaute schon am Tracking sahen und sich für die Westroute entschieden hatten, uns wieder überholten.
Es war die Ruhe vor dem Sturm. Es war klar ersichtlich, dass ein Zyklon durchziehen wird, jedoch waren die Wetterberichte der einzelnen Länder unterschiedlich. Nach der Flaute stieg der Wind wieder kontinuierlich an und wir fuhren, gut vorbereitet, in Richtung einer dunklen schwarzen Front in die Dämmerung.
Vor Korfu erreichte uns gegen Mitternacht dann ein Sturmtief mit bis zu 50 Knoten Wind und es wurde aufgrund der stark verringerten Segelfläche unmöglich noch Wegstrecke Richtung Ziel gut zu machen, da wir den Wind gegen an hatten. Wir mussten in rund 6 Stunden 3-4 Multizellen, die sich um uns drehten auf offener See abwettern. Dabei gab es laufend Blitze rund um unsere Yacht und eine rauhe See, die sich über die Stunden aufgebaut hatte. Zwischendurch erblickten wir klaren Sternenhimmel, da wußten wir dass wir uns im Zentrum des Sturms befanden. Wir konnten uns auf der Höhe von Korfu jedoch gut halten und kamen beim Morgengrauen und Durchzug der Front aber wieder gut voran.
Wir erreichten das Ziel Lefkas nach 480 Seemeilen im Kielwasser als Vierter in unserer Klasse. Die erste Etappe war geschafft. In den nächsten beiden Tagen wurde alles getrocknet, repariert, geputzt und wieder Proviant für die Rückfahrt gebunkert. Im Rahmen einer Zwischen-Siegerehrung der 1. Etappe kam auch das Feiern nicht zu kurz und es wurden bei dem einem oder anderen Glaserl Wein Erfahrungen ausgetauscht.
Der Start zur 2. Etappe erfolgte dann am Sonntag, 26.10. wieder um 16 Uhr. Die Windprognosen waren alles andere als gut, ein kräftiges Hoch über ganz Mittel- und Südeuropa wird uns die nächsten Tage nur leichte Winde aus verschiedenen Richtungen bescheren. Dies ist auch dann so eingetroffen und wir und auch die anderen Crews sind viel in Flautenzonen gestanden und nur schleppend voran gekommen. Bis Mittwochnachmittag schaffen wir nur ca. 100 Seemeilen und waren noch ganz im Süden der Adria in Höhe Brindisi. Um das Ziel Biograd bis Freitagmittag zu erreichen wurden die meisten Crews schon vorab nach einer Timeline-Tabelle gewertet und mussten die letzte Teilstrecke mit dem Motor zurücklegen. Wir erreichten nach insgesamt ca. 950 Seemeilen am Freitagvormittag als 5. in unserer Klasse wieder Biograd. Bei der Rückreise kam dann auf Höhe Vis ein schöner Jugowind mit bis zu 30 Knoten auf, der bei der Einfahrt auf Bora mit vergleichbarer Stärke drehte. Schade, dass dieser Wind nicht schon früher kam. Im Gesamtranking erreichten wir ebenso den 20. Rank auf der Rückreise. Das Ergebnis entsprach zwar nicht unseren Erwartungen, jedoch überragten viele tolle Erfahrungen und Erlebnisse.
Es war wieder ein Segelabenteuer der besonderen Klasse mit vorzüglicher Crewarbeit, guter Seemannschaft und super Kameradschaft der 7 Segelfreunde des Segelclubs ASC St.Pölten.
Die Crew:
Harald Offner (Skipper) Richard König (Co Skipper), Günter Heindl, Martin Korner, Armin Ribis, Joe Eichinger und Franz Zöchinger
Dazu ein Bericht in St. Pölten Konkret
